Von der Mauerstadt zur Weltstadt

1988 flog der 16jährige Ostberliner Fußballer Stefan Beinlich aus der Jugendmannschaft seines Clubs BFC Dynamo. Offizielle Begründung: Herzrhythmusstörungen. Tatsächlicher Grund: Der junge Spieler hatte Verwandtschaft im Westen, die den DDR-Fußballoberen nicht passte. Dann kam die Wende, die für Beinlich auch eine private Wende wurde: Er konnte wieder spielen – bei einem Verein in England, beim Berliner Verein Hertha BSC und schließlich in der deutschen Nationalmannschaft.

So wie der Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 und die darauf folgende deutsche Wiedervereinigung die Biografien von Millionen Menschen radikal veränderten, so veränderten sie auch Berlin. Vom Potsdamer Platz bis zum Regierungsviertel („Band des Bundes“) wurden und werden seitdem alte Zentren neu geschaffen und neue architektonische Ikonen gebaut. Gleichzeitig wandelten sich Randgebiete wie Kreuzberg oder der Prenzlauer Berg zu modernen Innenstadtvierteln. Die Brachflächen entlang des Mauerverlaufs wurden zum wertvollen Bauland –durch die Wiedervereinigung entstand plötzlich enormer Freiraum.

Der Flughafen Tempelhof, während der Zeit der Teilung noch Alliierten-Stützpunkt, ist seit seiner Schließung 2008 zu einer der größten Parklandschaften der Hauptstadt umgestaltet worden. Berlin, das einstige Sinnbild des Kalten Krieges, entwickelte sich rasant zu einer jungen und weltoffenen Metropole. Dass die deutsche Hauptstadt in ihrer teils tragischen, teils ruhmreichen Vergangenheit so ziemlich alles erlebt hat, ist ihr Kapital der Gegenwart. Nirgendwo sonst kann man die Geschichte des 20. Jahrhunderts so gut am Stadtbild ablesen wie hier. Im Deutschen Historischen Museum lässt sich die Wandlung Berlins zur europäischen Weltstadt sogar bis ins Detail nachvollziehen.

Lesen Sie mehr zur Berliner Mauergeschichte in der visitBerlin-Broschüre Berliner Mauer. Weiter