Von Luftbrücke bis Agentenbrücke

Ein sowjetischer Spitzenspion und ein amerikanischer Pilot betreten an einem Wintertag eine streng bewachte Brücke und werden von ihren Geheimdiensten gegeneinander ausgetauscht – man kann sich die Szene, die sich 1962 vor der Haustür des heutigen Museums Villa Schöningen an der Glienicker Brücke in Potsdam abspielte, getrost wie in einem Kinothriller vorstellen. Berlin ist reich an solch spannenden Episoden und Schauplätzen, die die tragische deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts widerspiegeln.

Kein Wunder, schließlich lag die Stadt mehr als 50 Jahre im geographischen und politischen Epizentrum des Kalten Krieges, den die Machtblöcke Ost und West unerbittlich gegeneinander ausfochten. Hatte die Anti-Hitler-Koalition im Zweiten Weltkrieg noch Seite an Seite gegen das faschistische Regime des Dritten Reichs gekämpft, brachen schon kurz nach dem Sieg die ideologischen Gegensätze auf. Während die Westmächte in ihren Besatzungszonen eine deutsche Demokratie etablieren wollten, plante die UdSSR eine „Sowjetisierung“ der ostdeutschen Gesellschaft nach russischem Vorbild – zentralistisch verwaltet und von einer Einheitspartei regiert.

Der erste Konflikt der einstigen Verbündeten ließ nicht lange auf sich warten: Bereits 1948 musste West-Berlin aufgrund der russischen Blockadehaltung gegen die Einführung der D-Mark mehr als ein Jahr durch die berühmt gewordene Luftbrücke versorgt werden. Der Einsatz der „Rosinenbomber“ ist heute im Alliierten Museum Berlin dokumentiert. Doch glücklicherweise eskalierten weder die Berlin-Blockade noch die späteren Auseinandersetzungen zwischen den Systemen des Kommunismus und des Kapitalismus militärisch. Der Kalte Krieg endete schließlich 1991 mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion.

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