Geteiltes Leid ist doppeltes Leid

Am 13. August 1961 musste sich Helga A. aus Berlin-Pankow für 29 Jahre von ihrem Ehemann trennen. Denn Wolfgang A. wohnte im Gegensatz zu seiner Frau und den beiden Kindern in West-Berlin. Helga A. blieb trotz des Mauerbaus im Osten – wie ihr Alltag von nun an aussehen sollte, kann man heute im DDR Museum erfahren. Von diesem Moment an durfte sich das Ehepaar nur noch bei gemeinsamen Sommerurlauben in Ungarn oder an Feiertagen treffen – bis die Mauer fiel. Nach fast drei Jahrzehnten der Trennung zogen die beiden endlich zusammen. Im Westen der Stadt.

Die Teilung Berlins war vor allem eine gewaltsame Trennung menschlicher Beziehungen. Familienbande, Freundschaften und Liebesverhältnisse wurden durch die Mauer zerstört oder konnten nicht mehr gelebt werden. Obwohl es der DDR in ihrer Geschichte wirtschaftlich nie wirklich gut ging, hielt sie stur an Teilung und „Schutzwall“ fest. In West-Berlin etablierten sich nach dem Krieg schnell Wohlstand und Rechtsstaatlichkeit – der Kommunismus stalinistischer Prägung im Osten konnte sich dagegen nur mit Unterdrückung durch den Geheimdienst und seine mehr als 170.000 „inoffiziellen Mitarbeiter“ an der Macht halten. Die menschenverachtende Arbeit der Staatssicherheit ist heute im Stasi-Museum und in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen dokumentiert.

Als US-Präsident John F. Kenndy, dem in der Hauptstadt mit dem Museum The Kennedys ein Denkmal gesetzt wurde, 1963 seinen berühmten Satz „Ich bin ein Berliner“ sagte, war die Teilung so zementiert, dass niemand mehr an eine Wiedervereinigung Deutschlands und Berlins im 20. Jahrhundert glaubte. Erst die Entspannungspolitik Willy Brandts Ende der 1960er Jahre leitete langsam eine Wende ein. Schließlich waren es aber die Bürger der DDR, die der sozialistischen Diktatur mit ihrem friedlichen Protest ein Ende bereiteten.

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